Ortsverein Bendorf

Die Anfänge des Roten Kreuzes in Bendorf

 Zusammengetragen und festgehalten durch Otto Michel, Bendorf

 

Als 1894 einige wenige Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr bei Einsätzen feststellen mußten, daß es mit dem Löschen alleine nicht getan war und versuchten auch Kenntnisse über weitere Hilfeleistungen zu erhalten ahnte niemand, daß sich bereits im folgenden Jahr - 1895 - innerhalb der Feuerwehr eine Sanitätskolonne gründen sollte.

 Das Rote Kreuz Bendorf ging also aus der freiwilligen Feuerwehr hervor,

da Brandlöschung und Verwundetenbergung und –versorgung  nicht  gut möglich waren und teilweise auch die erforderlichen Kenntnisse ganz einfach nicht vorhanden sein konnten.

Zu dieser Zeit stand die freiw. Feuerwehr Bendorf unter der Leitung von Herrn Ernst Schmalenbach und hatte Herrn Dr. Halbey als ärztlichen Berater.

In den ersten Jahren war die Sanitätskolonne noch eine Abteilung der freiwilligen Feuerwehr Bendorf, die erst später eigenständig wurde.

Als Gründer der „Freiwilligen Sanitäts-Colonne vom Rothen Kreuz Bendorf (Rh.)“ sind bekannt :

Lang, Wilhelm, Hauptstr. 95 (wurde der 1. Kolonnenführer)

Schulz, Julius, Mühlenstr.19/Ecke Sayner Str.

Lotz, Karl,  Mühlenstr. 10  (später 2. Kolonnenführer)

Britz, Karl, Hauptstr. 171

Becker, Peter, Danngasse 4

Keilmer, Jakob, Hauptstr. 12

Diese Vereinigung bestand am Anfang nur aus männlichen Mitgliedern.

Als Gründungsjahr werden des öfteren -  mangels fehlender Unterlagen - die Jahre 1905 bzw. sogar 1912 genannt.

Dem widerspricht allerdings die Urkunde des „Kaiserlichen Kommissars und Militär-Inspekteurs der freiwilligen Krankenpflege“ v. 1. Jan. 1910, nach der dem Mitglied der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Bendorf, Julius Schulz, die Auszeichnungsborte für „15jährige vorwurfsfreie Dienstzeit“ verliehen  wurde.

Danach müßte das Rote Kreuz in Bendorf  wenigstens schon 1895 gegründet worden sein.

Das bestätigt auch ein Bericht in der Bendorfer Zeitung aus dem Jahr 1925, wonach die Gründung der „Sanitätskolonne vom Roten Kreuz im November 1895 seitens der Freiw. Feuerwehr unter Führung von Herrn Ernst Schmalenbach und unter der Leitung  des Herrn Dr. Halbey“ erfolgte.

„Am 24. November 1907 wurde die Kolonne von der Feuerwehr getrennt und bestand nun weiter als selbständige Einrichtung, mit Herrn Wilhelm Lang als Führer und Herrn Dr. Esch als Kolonnenarzt. Sie ist seitdem  an den Provinzial- und Reichsverband des Roten Kreuzes angeschlossen.“ So lautet eine weitere Information in der Bendorfer Zeitung.

Auch weist ein Bericht über die Sitzung der Gemeinde-Verordneten am 2. 9. 1902 aus, daß dem „Verein vom rothen Kreuz eine Beisteuer  von 5 Mark bewilligt wurde“.

In der gleichen Zeitung wird am 15. 5. 1906  über einen Unfall auf der Concordia-Hütte, den ein Mitarbeiter der Neuwieder Brückenbau-Gesellschaft erlitt, berichtet. Es wird u. a. ausgeführt, daß der Verletzte durch die „hiesige freiwillige Sanitätskolonne in das Bendorfer Krankenhaus gebracht“ wurde.

Mit Schreiben v. 18. 3. 1908 bietet  die Kruppsche Bergverwaltung  der Grube Werner der freiwilligen Sanitätskolonne der freiwilligen Feuerwehr in Bendorf  "eine Krankentrage nebst zugehörigem Wagen, die allerdings einer Reparatur bedarf" unter der Bedingung als Geschenk an, daß die Sanitätskolonne bereit ist etwaige Verletzte von der Grube zur Stadt zu bringen.  Über Einsätze  mit dieser Trage ist nichts bekannt. (Zu diesem Zeitpunkt war die freiwillige Sanitäts-Kolonne allerdings schon eine selbständige Einrichtung)

Am 3. 3. 1909 (nach gleicher Zeitung)  glitt ein bei einem Metzgermeister in der Bachstraße beschäftigtes Mädchen auf dem im Hof befindlichen Eis aus und erlitt einen Beinbruch. „Mitglieder  unserer Sanitäts-Colonne  brachten die Verunglückte ins hiesige Krankenhaus“

Ebenfalls bekannt ist, daß die ersten Uniformen, sowie Papiere und Stempel, aus den privaten Mitteln der Mitglieder finanziert wurden.

Die fahrbare Trage, eine bedeutende Erleichterung für die Rotkreuz-Helfer, wurde im Jahr 1912 angeschafft. Die Gemeinde Bendorf beteiligte sich mit einem Zuschuß von 100,-- Mark an den Anschaffungskosten. Von der Ortskrankenkasse  wurden 50,-- Mark beigesteuert. Die restlichen 105,-- Mark mußten von der freiwilligen Sanitätskolonne aufgebracht werden. Und das in einer so schweren Zeit! Mit einer Haus-Sammlung versuchten die wenigen Rotkreuz-Helfer in ihrer knappen Freizeit Pfennig für Pfennig zusammen zu tragen, damit die Finanzierung des so dringend notwendigen Hilfsmittels gesichert wurde. 

Interessant ist auch, daß die Armbinden zuerst neben dem  Roten Kreuz in der Mitte im Kreis die Aufschrift „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Bendorf-Rhein“ trugen. In den dreißiger Jahren änderte sich der Text in „Deutsches Rotes Kreuz“ und nach dem 2. Weltkrieg durfte nur noch das Rote  Kreuz (ohne jeden weiteren Text) auf der Armbinde geführt werden.

Bezeichnend ist auch für den damaligen Zeitgeist, daß fast die ganze Kolonne geschlossen (in den zivilen Uniformen) freiwillig  am 1. Weltkrieg teilnahm.  U. a. waren die Bendorfer Rotkreuzler in Stenay eingesetzt, wo sie – bis auf die Ärzte und eine kath. Ordensschwester – das vollständige Personal für das dort befindliche Lazarett stellten.

Die ersten Helferinnen dürften in Bendorf  um 1928 zum Roten Kreuz gekommen sein.

Näheres läßt sich leider nicht ermitteln. Auch besteht  keine Aufzeichnung , die eine namentliche Auflistung ermöglicht.

Vermutlich  liegt ihr Ursprung im Vaterländischen Frauenverein.

Tatsache aber ist, daß das Rote Kreuz in den dreißiger Jahren in Bendorf einen enormen Aufschwung erhielt, was sich ja auch  in der Zuordnung von einem der 164 Rettungszüge, die in ganz Deutschland  schwerpunktmäßig  stationiert waren, niederschlug. Hieraus möge man Rückschlüsse auf den Ausbildungsstand und die Mannschaftsstärke der Bereitschaften des  DRK Bendorf selbst ziehen!

So gehörten der männlichen Bereitschaft in Bendorf folgende Mitglieder an  (Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und basiert auf privaten Aufzeichnungen):

Dr. med. Renzel, Hugo, Hauptstr. 136 (Bereitschaftsarzt und Kreisinspekteur)

Michel, Bernhard, Entengasse 11  (Gruppenführer und Schriftführer)

Keilmer, Jakob, Engerser Str. 21

Lohrum, Vorname ?, Engerser Str.

Debrich, Fritz, Untere Vallendarer Str. 35 (Niederhof)

Kelterbach, Heinrich, Dr. Otto-Siedlg. 4

Becker, Peter, Hinter Lenchens Haus  4

Kalt, Karl, Steinstr./Ecke Grenzhäuser Str.

Schmidt, Peter, Karl-Fries-Str. 1

Rink, Albert, Hauptstr. 171

Holzheimer, Vorname ?, Sayner Str.

Egly, Fritz, Concordiastr. 13

Reinhard, Karl, Untere Vallendarer Str. 74

Schmengler, Simon, Siedlung Mittelstr. 5

Siebert, Bernhard, Grenzhäuser Str. 16

Haack, Johann, Vallendarer Str. 92

Becker, Peter, Danngasse 4 (3. Kolonnenführer)

Steinhauer, Ernst, Bergstr. 24

Schmengler, Peter, Mühlenstr. 23

Michel, Johann, Bergstr.

Schneider,Peter, Conordiastr. 39 (4. Kolonnenführer, im 3. Reich „Bereitschaftsführer“,   

                                                                                      bzw. „DRK-Hauptführer“

Schmitt, Johann,Concordiastr. 41

Michel, Otto, Kirchplatz 11 (9)  (nach dem 2. Weltkrieg  1. Bereitschaftsleiter)

Balthasar, Matthias,

Massing, Fritz (ca. 1940 ausgetreten), Bergstr. 33

Lohrum, Simon , Steinstr. 5

Schneider, Johann, Hüttenstr. 68 (Kreisbereitschaftsführer)

Hehl, Anton, Am Schulenberg 43

Müller, Peter,  Bdf.-Mülhofen

Kuppler, Peter,  Am Schulenberg 41

Kuppler, Josef,  Hüttenstr. 143

Schui, Peter,  Im Ohlenberg 26

Hoppen, Heinrich,  Kobl.-Olper Str. 201

Zu erwähnen  ist auch noch, daß dem Vorarbeiter Julius Schulz in Bendorf mit Urkunde vom 3ten Februar 1915 die „Rote Kreuzmedaille dritter Klasse“ verliehen wurde

Das gleiche Rotkreuz-Mitglied erhielt lt. Urkunde v. 23. November 1916 vom König von Württemberg das Charlottenkreuz verliehen.

Auch wurde ihm das Ehrenkreuz des Preussischen Landesverbandes vom Roten Kreuz in Silber verliehen.

Diese Ehrungen dürften mit dem freiwilligen Einsatz im 1. Weltkrieg zu sehen sein.

So weist die Karteikarte des Roten Kreuzes für den Gruppenführer Bernhard Michel unter der Rubrik Orden und Ehrenzeichen folgende Eintragung aus „EK II. Klasse, Rotkreuz-Medaille III. Klasse, Verwundeten-Abzeichen“.

Der Bendorfer Zeitung aus dem Dezember 1919 ist zu entnehmen, daß den Mitgliedern der Sanitätskolonne in Bendorf: Lang, Becker, Britz, Keilmer und Egly die Rotkreuzmedaille verliehen wurde.

Hieraus kann man entnehmen, daß die Rotkreuzhelfer in ihren Ziviluniformen sehr wohl voll im Einsatz waren, auch ohne „Dienst mit der Waffe“.

Am 10. Oktober 1920 feierte die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ihr 25jähriges Jubelfest zusammen mit der freiw. Feuerwehr, die auf  ein 40jähres Bestehen zurückblicken konnte (im Saale Bartholomäus Syre), verbunden mit Ehrungen langjähriger Mitglieder.

Den noch der Kolonne angehörenden Gründungsmitgliedern wurden Ehrenurkunden der Stadt überreicht.

Der Vorstand  setzte sich zusammen aus: Wilhelm Lang 1. Kolonnenführer, Karl Britz 2. Kolonnenführer, Bernhard Michel Schriftführer, Julius Schulz Kassierer, Jakob Keilmer

Geräteverwalter und Fritz Egly Beisitzer. Es waren also überwiegend noch Gründungsmitglieder, die den Vorstand beim 25jährigen Jubiläum bildeten.

1921 wird unter „Lokales“ in der Bendorfer Zeitung darauf hingewiesen, daß die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz beabsichtigt, in der nächsten Zeit einen Helferkursus durchzuführen. „Es können noch junge Leute, welche der guten Sache dienen wollen, an diesem Kursus teilnehmen und in die Sanitätskolonne als Mitglieder aufgenommen werden. Für die Folge müssen Bestellungen zur Ausführung von Krankentransporten beim Schriftführer der Kolonne B. Michel, Concordiastr. 59, gemacht werden“:

Im gleichen Jahr (1921) werden alle Rotkreuz-Landesvereine – mit ihren Ortsvereinen – zum Deutschen Roten Kreuz e. V. zusammengefaßt.

Aus dem Bericht über die am 9. März 1924 durchgeführte „General-Versammlung“ ist zu entnehmen, daß die „Kolonne“ im vergangenen Jahr tätig war:  47 mal für Transporte ins oder vom Krankenhaus, Erste Hilfe geleistet wurde bei 2 Beinbrüchen,                                2  Augenverletzungen, 11 Verletzungen mit Gliedverlusten, 4 Kopfverletzungen und  über 200 andere leichte Verletzungen.

Es wird darauf hingewiesen, daß Krankentransporte beim Kolonnenführer Peter Becker, Danngasse 4, möglichst frühzeitig anzumelden sind.

In der  Gemeinderatssitzung am 14. März 1924 ist unter Punkt 6 der Tagesordnung zu lesen: “Unfallversicherung der freiwilligen Sanitätskolonne“.

Das 60jährige Bestehen des Roten Kreuzes (am 24. 8. 1864 wurde das „Genfer Abkommen“ unterzeichnet, das die Versorgung der Verwundeten im Kriegsfall regelt) wurde von der  Freiwilligen Sanitätskolonne  vom Roten Kreuz Bendorf wie folgt begangen:

„Morgens 9 ½  Uhr Antreten zum Kirchgang beim Kameraden Lang.

Nach dem Gottesdienst Ansprache des Kolonnenarztes Dr. Renzel auf dem Kirchplatz. Danach Frühkonzert bei Lang.

Abends 8 Uhr findet ein musikalischer Familienabend bei Kamerad Debrich (heute Niederhof  – Hinweis vom Verfasser) statt.“

Ergänzend ist festzuhalten, daß vor der Ansprache das „Niederländische Dankgebet“ gespielt und der verstorbenen und gefallenen Kameraden gedacht wurde. Ein prächtiger Kranz wurde am Krieger-Ehrenmal, das sich damals auf dem Kirchplatz befand, niedergelegt.

1925 werden bereits Kurse für Frauen und Mädchen zur Ausbildung in der Krankenpflege angeboten. Man sieht, daß sich das Aufgabengebiet – von der Versorgung der Verwundeten auf dem Schlachtfeld – jetzt über die Hilfe bei Unfällen, den Transport von Kranken, das Angebot von Kursen im Rahmen der Betreuung Erkrankter schon damals den Erfordernissen der Zeit angepaßt hatte.

Das  30jährige Bestehen wurde am  24. Mai 1925 mit einem Festumzug, einer Familienfeier und einer Übung in den Steinbrüchen des Herrn Peter Bomm (im Wenigerbachtal), begangen. An der Übung nahm auch die freiw. Feuerwehr teil.

Hier wurde auch das Thema „in Bendorf Helferinnen auszubilden“ behandelt.

Der Festzug ging durch : Hauptstraße, Neue Bahnhofstraße, Vallendarer Straße, Louisenstraße, Mühlenstraße zum Festlokal Anton Syre (Waldlust).

 Am Festzug beteiligten sich fast alle Ortsvereine.

Es schloß sich ein „Konzert mit Tanzbelustigung“ an.

Anschließend  fand die Übung statt, die auf folgenden Annahmen aufgebaut war: Verschüttung von Arbeitern durch Einsturz von Steinmassen in den Steinbrüchen. Bergung, Verband und Transport der Verunglückten.

„Nach der Übung Kritik durch den Herrn Bezirks-Inspekteur, Sanitätsrat Dr. Keller-Coblenz.“  

An die Kritik schlossen sich Musik- und Gesang-Vorträge an, an denen auch einige Ortsvereine mitwirkten.

Der große Festball begann abends um 8 Uhr im Gasthof Erholung. Zur Bestreitung der Unkosten betrug hier „das Eintrittsgeld“ für Herren 1 Mk und für Damen 50 Pfennig.

In einem Bericht  schreibt die Bendorfer Zeitung u. a., daß „dieser uneigennützigen Vereinigung“ leider viele Mitbürger interesselos gegenüberstehen.

Es wäre „besonders wünschenswert, wenn auch die jüngere Generation, junge Männer über 18 Jahren, sich aktiv an dem schönen Werk der Nächstenliebe beteiligen.“

Man sieht, es hat sich nichts geändert! Auch heute das gleiche Problem (wie 1925), nur das  in der heutigen Zeit auch  die Damenwelt mit angesprochen ist.

1937 wurden alle deutschen Rotkreuzverbände einheitlich organisiert.

Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges (1939) wurden die Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes über ihre Leistungsfähigkeit hinaus gefordert. Galt es doch in den Krankenhäusern und Lazaretten  in der Heimat der verletzten Bevölkerung und den verwundeten Soldaten Hilfe und Pflege zukommen zu lassen, sowie die notwendigen Transporte durchzuführen.

 Für die Bendorfer Rotkreuzler bestand noch die zusätzliche Aufgabe mit dem hier stationierten DRK-Rettungszug (der ausschließlich aus ihren Reihen besetzt war) die weit über 200 erforderlichen Not-Einsätze – nicht nur in der näheren Umgebung  (bis nach Frankfurt bzw. Darmstadt) - durchzuführen. Dieser Zug war mit seiner Besatzung noch in den letzten Kriegstagen (Ardennen-Offensive) in der Eifel eingesetzt, um den verwundeten Soldaten Hilfe zu bringen bzw. für deren Rücktransport zu sorgen.

Aber damit war es nicht getan.

Unzählige Rotkreuz-Helferinnen und -Helfer taten unermüdlich ihren Dienst am Nächsten in den Lazarett-Zügen, auf den Hauptverbands-Plätzen, in den Lazaretten im Kriegsgebiet oder als Sanitäter unmittelbar im Kampfgeschehen. So auch Mitglieder der Bendorfer Rotkreuz-Kolonnen.

Es sei auch einmal an die Rotkreuz-Helferinnen und  -Helfer gedacht, die in ihrer selbstlosen Tätigkeit selbst verwunden wurden oder gar den Tod fanden!

Hierzu kam noch die Betreuung der durchreisenden Soldaten auf den Bahnhöfen  oder der Kinder, die verschickt wurden. Später mußte noch die evakuierte Bevölkerung betreut werden. Der Suchdienst (im 1. Weltkrieg vom Vaterländischen Frauenverein ausgeübt) der doch so manches Schicksal klären konnte,  lebte wieder auf.

Nach Kriegsende wurden – obwohl es kein Deutsches Rotes Kreuz mehr gab – vor Ort von engagierten Helferinnen und Helfern die von der Front heimkehrenden Soldaten, mit dem Wenigen, das es gab, betreut.

Im Gegensatz zum Ende des 1. Weltkrieges gab es 1945 keine Dachorganisation mehr, so daß der Wieder-Anfang mit primitivsten Mitteln an jeder einzelnen Stelle erfolgen mußte.

So auch in Bendorf, wo für die Helfer keine Dienstkleidung und für die Helferinnen nur sehr  wenig Schwesternkleidung zur Verfügung stand.

Da für die 1.-Hilfe-Stelle in der Hauptstraße (im Haus der Bäckerei Nink, nach Brandbombentreffer Umzug in Haus der  Geschw.Schneider) keinerlei Mittel mehr zur Verfügung standen, wurden die Medikamentenbestände dem St. Josefs-Krankenhaus Bendorf übergeben.

An Einsatztaschen usw. war überhaupt nichts mehr vorhanden.

Nur dem Organisationstalent von Frau Elisabeth Friedrich (geb.Kirchhöfer) und Herrn Otto Michel ist es zu verdanken, daß das Rote Kreuz in Bendorf wieder Fuß fassen konnte.

In Bendorf-Mülhofen war es Johann Schneider mit seinem Idealismus und Engagement , der hier wieder für den "Neubeginn" sorgte.    

So wurden z. B. Brotbeutel der  ehem. Wehrmacht im gesamten Bekanntenkreis zusammengebettelt, um wieder Einsatztaschen zu erhalten. Diese Brotbeutel wurden vom RK-Helfer Rudolf Dörner (später stv. Bereitschaftsleiter), der als Anstreicher bei der Fa. Josef  Bomm tätig war, mit dem Rotkreuz-Zeichen versehen.

Wie die Mittel zur stückweisen Vervollständigung dieser Taschen erwirtschaftet  wurden, ist nicht mehr nachvollziehbar. Tatsache ist jedoch, daß mit einer sehr kleinen Bereitschaft wieder Unfallhilfsstellen (ehrenamtlich) besetzt werden konnten.

Wie selbstverständlich wurde die Kinder- bzw. Schulspeisung von engagierten Rotkreuz-Helferinnen  übernommen.

Auch den Aussiedlern und Flüchtlingen standen die Helferinnen und Helfer zur Seite.

Auch muß erwähnt werden, daß mit den Bendorfer Fußballern wieder ein Abkommen getroffen wurde, wonach bei Heimspielen auf dem Sportplatz an der Werftstraße mindestens ein Rotkreuz-Helfer mit Notfall-Ausrüstung (und meist auch der fahrbaren Trage) für evtl. erforderliche Einsätze zur Verfügung stand.

Bei den in Bendorf durchgeführten Radrennen waren Rotkreuz-Helferinnen und –Helfer an der Strecke einsatzbereit.

Bei den in mehreren aufeinanderfolgen Jahren durchgeführten Jugendsportveranstaltungen im Sayner Schwimmbad war das Rote Kreuz Bendorf mit einem Zelt und den erforderlichen weiblichen und männlichen Kräften bereit.

Hier war auch erstmals (und zwar 1948) der bei der Concordiahütte stationierte Krankenwagen, der von Herrn Moritz Würges gefahren wurde, eingesetzt. Das Rote Kreuz war froh, daß in dieser schweren Zeit das Fahrzeug einen Unterstellort  hatte und auch über die Concordiahütte telefonisch alarmiert werden konnte.

Bereitschaftsarzt war Herr Dr. med. Fritz Lax

Bereitschaftsleiterin war Frau Elisabeth Friedrich, geb. Kirchhöfer

Bereitschaftsleiter war Herr Otto Michel .

Stellvertretend für das Rote Kreuz des Landkreises Koblenz waren bei der ersten Hauptversammlung des Deutschen Roten Kreuzes (nach der Neugründung am  4. 2. 1950) nach dem 2. Weltkrieg in Bonn (im Plenarsaal des Bundestages am 26. Mai 1951) neben der Kreisbereitschaftsleiterin Frl.  Hilda v. Stedmann, Urbar und dem Kreisbereitschaftsleiter Johann Schneider, Bendorf auch die Bereitschaftsleiterin Elisabeth Friedrich, geb. Kirchhöfer, Bendorf und der Bereitschaftsleiter Otto Michel, Bendorf, geladen und anwesend.

Hieraus mag man erkennen, welchen Stellenwert der Ortsverein Bendorf des Roten Kreuzes im Kreis hatte.

Das Deutsche Rote Kreuz e. V. (mit Sitz in Bonn) wurde am 24. 7. 1957 in die Liga der Rotkreuzgesellschaften aufgenommen.

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